22. März 2010

Buchung und Darstellung Instandhaltungsrücklage

Die in den Jahresabrechnungen gängige Praxis, die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage als Ausgabe zu buchen. Tatsächliche und geschuldete Zahlungen der Wohnungseigentümer auf die Instandhaltungsrücklage sind nach der Entscheidung ab sofort in der Jahresgesamt- und -einzelabrechnung weder als Ausgabe noch als sonstige Kosten zu buchen.

In der Darstellung der Entwicklung der Instandhaltungsrücklage, die in die Abrechnung aufzunehmen ist, sind die tatsächlichen Zahlungen der Wohnungseigentümer auf die Rücklage als Einnahmen darzustellen und zusätzlich auch die geschuldeten Zahlungen anzugeben. Durch dieses Urteil wird die Jahresabrechnung grundlegend verändert, da das gezahlte Hausgeld buchhalterisch in zwei Beträge aufzuteilen ist (einerseits Zahlungen für Betriebs- und Verwaltungskosten zum andererseits Beiträge für die Rücklagen). Eine noch größere Veränderung bringt die Forderung nach dem Ist-Ausweis der Instandhaltungsrücklage sowie der geschuldeten Beträge mit sich.

(BGH, Urteil v. 04.12.2009, Az. V ZR 24/09, veröffentlicht am 16.02.2010)

Die Veränderungen sind in unser Abrechnungsprogramm aufgenommen, sodass die Jahresabrechnung nach dem neuesten rechtlichen Stand erstellt wird.
Abrechnungen, die diesen neuen Vorgaben nicht entsprechen, sind anfechtbar, da seitens des Gerichts keine Übergangsfrist eingeräumt wurde. Noch immer wird die Tragweite der Entscheidung für die Verwalter unterschätzt. Leider wird die Abrechnung dadurch nicht übersichtlicher aber umfangreicher.